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Porträt Oliver Peter Graber

Oliver Peter Graber

Komponist, Pianist, Autor

Themen: Gesellschaft und Kultur, Künstliche Intelligenz, Out of the box

Sprachen: Deutsch, Englisch


Kontaktinformationen

Oliver Peter Graber ist international als Komponist, Konzertpianist und Autor tätig. Insbesondere erlangten einige seiner Konzerte (etwa für Klavier und Orchester) und abendfüllenden Ballettkompositionen Beliebt- und Bekanntheit. Zusammen mit der „Wissenschaft von der musikalischen Komposition“ widmet er sich interdisziplinär der Erforschung der Zusammenhänge von Musik und Mensch, im Besonderen dem Thema Musik und Gehirn bzw. der Wirkung von Musik auf Wellbeing und Gesundheit (Arts for Health). Nach beruflichen Stationen u.a. an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Künstlerisch-wissenschaftlicher Koordinator der Arbeitsgruppe Musikwirkungsforschung) und an der Wiener Staatsoper (Chefdramaturg des Wiener Staatsballetts) ist er gegenwärtig künstlerischer Leiter des Forschungsinstituts für Musikmedizin mit Schwerpunkt Arts for Health an der JAM Music Lab Private University, Vienna. In den letzten Jahren hat er zudem ein zum Patent angemeldetes, KI-basiertes digitales Kompositionssystem für den Einsatz auf Intensivstationen erfunden bzw. entwickelt und verbindet so symphonische, dramaturgische und elektronisch-digitale Konzepte für den klinischen Einsatz.

 

Themen

KI und Musik

Wird eine künstliche Superintelligenz Musik hervorbringen? Und falls ja, wie könnte diese klingen? Was bedeutet es eigentlich, künstlerisch wirklich zu schaffen – und kann dies ernsthaft von KI nachgebildet werden?

Vielfach wird KI als die „größte Revolution“ in der Geschichte der Menschheit bezeichnet; bereits einer ihrer „Väter“, der legendäre Alan Turing, schuf die ersten computergenerierten Klänge. Bezüglich der Frage wie kreativ und künstlerisch KI-erzeugte musikalische Produkte tatsächlich sind, ergeben sich jedoch zahlreiche Aspekte, die philosophische, theologische, juristische, ökonomische und computerwissenschaftliche Themen ebenso umfassen, wie neurowissenschaftliche und musikalische. Dieses faszinierende Panoptikum wird vor dem Hintergrund aktueller wie aktuell vorhersehbarer KI-Modelle ausgebreitet und stellt so Science-fiction real Machbarem gegenüber. Ängste wie Optionen dieser gesellschaftlich hoch relevanten Entwicklungen und Technologie werden objektiv durchleuchtet und Querverbindungen zu anderen Lebens- und Fachbereichen wie künstlerischen Tätigkeitsfeldern (bildende Kunst, Literatur) gezogen. Am Ende sollte sich nicht nur das Bild von KI und Musik gewandelt haben, sondern auch Bewusstsein für die kommenden Herausforderungen an das Mensch-Sein an sich bestehen.

Arts for Health: Musik als Quelle für Gesundheit und Wellbeing

„Von der Wiege bis zum Grabe“ – dies ist nicht nur der Titel einer sinfonischen Dichtung des ersten „Pop-Stars“ der Musikgeschichte, Franz Liszt, dies ist zugleich die Spanne, während derer Musik uns in vielfältiger Weise beeinflusst, denn der Mensch IST Musik. Bereits während der Schwangerschaft umfängt uns die Klangkulisse des „Hotel Mama“ und prägt aktuellen Theorien zufolge global unser musikalisches Verhalten. Während der Pubertät kommt es zumeist zur Festigung musikalischer Vorlieben und noch im hohen und höchsten Alter können diese früh erworbenen musikalischen Impulse Vergesslichkeit und Siechtum lindern bzw. vorbeugend hintanhalten. Die „Wirkung“ von Musik ist wissenschaftlich unumstritten, idealerweise entfaltet sie ihre Kraft ein Leben lang präventiv und salutogenetisch – also lange bevor Probleme entstehen zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit. Bei näherer Betrachtung ergibt sich ein oftmals verblüffendes und faszinierendes Bild der Interaktion von Physiologie und Klangwelt, das in jedem Lebensmoment virtuos benützt werden kann, um die eigene Gesundheit, Lebensfreude und das oft zitierte Wellbeing nachhaltig, kostengünstig und nebenwirkungsfrei zu fördern und die verborgenen Kräfte und Mächte der Musik positiv zu entfesseln. Neuronale Plastizität, die „Schlager-Formel“ und Brainhealth-förderliche Musikstrategien werden im Anschluss eben so wenig Fremdworte sein wie der loudness war oder Weihnachtsliedakkord.


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