Schlagzeile statt Substanz: Stehen Medien vor einem Vertrauensverlust?
Medien geraten wegen ihrer Berichterstattung immer häufiger in die Kritik. Daher betonen Medienexperten und renommierte Journalisten, dass Redaktionen angesichts einer Flut negativer Nachrichten nicht nur die Pflicht zur Aufklärung haben, sondern auch die Verantwortung für die Wirkung ihrer Berichterstattung auf das Publikum tragen. Eine stark alarmistische und konfliktzentrierte Nachrichtenlogik kann Stress, Erschöpfung und Rückzug des Publikums fördern. Deshalb plädiert man dafür, Informationen präzise einzuordnen, eine Überwältigung des Publikums zu vermeiden und neben Problemen auch Handlungsmöglichkeiten, Lösungen und Orientierung aufzuzeigen. Damit ist keine Verharmlosung von Krisen gemeint, sondern ein Journalismus, der seine demokratische Aufgabe erfüllt – und das, ohne Ohnmachtsgefühle zu verstärken. Medienwissenschaftler, Autor und Keynote Speaker Prof. Dr. Bernhard Pörksen sagt: „Medienethik ist aus diesen Gründen essenziell. Sie bezieht sich in diesem Kontext nicht nur auf die Frage, ob über etwas berichtet werden soll, sondern auch wie berichtet wird.“ Der Medienwissenschaftler erforscht seit Jahren, wie politische und mediale Inszenierungsstile funktionieren und welche Wirkungen sie in der Gesellschaft entfalten.
Pörksen verbindet journalistische Praxis mit wissenschaftlicher Analyse. Nach seinem Studium der Germanistik, Journalistik und Biologie arbeitete er zunächst als Journalist, bevor er an verschiedenen Universitäten in Forschung und Lehre tätig wurde. Heute lehrt er am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Nach seiner Promotion baute er an der Universität Greifswald die Studieneinheit „Schreibpraxis” auf und leitete sie. Anschließend war Prof. Dr. Bernhard Pörksen wissenschaftlicher Mitarbeiter in Hamburg, wurde auf eine Professur für Journalistik und Kommunikationswissenschaft berufen und übernahm später den Lehrstuhl für Kommunikationstheorie und Medienkultur in Münster. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem „Die Gewissheit der Ungewissheit” und „Die gehetzte Politik”. 2024 wurde er mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet. Bei Ramsauer Rednermanagement spricht der Keynote Speaker über die Wirkung heutiger Medien auf die Gesellschaft, Medienfreiheit, den gesellschaftlichen Wandel durch soziale Medien und weitere Themen aus den Bereichen Medien- und Kommunikationswissenschaft.


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